Online einfach Gutes tun

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Leider scheint der Fokus der Öffentlichkeit und der Politik im Moment nicht darauf zu liegen, die grundlegenden Probleme der Menschheit, wie dem Klimawandel, Hunger und Ausbeutung, mit mittel- oder langfristigen Maßnahmen ein Ende zu setzen. Viel mehr klafft auch bei uns in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Deutschland scheint sich zum Suppenküchenstaat zu entwickeln. Ich sehe die Degradierung von vielen zu Almosennehmern mehr als kritisch und lehne die zugrundeliegende Magersucht des Sozialstaats ab.

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Trotzdem halte ich Spenden in einem gewissen Rahmen für ein adäquates Mittel sich politisch auszudrücken oder dort, wo eigentlich staatliches Handeln im größerem Umfang nötig wäre, wo aber akut eine Lebensgefahr oder Einschränkungen der Würde, von Freiheiten und anderer Rechte von Menschen durch Spenden behoben oder gelindert werden können, sich auch karitativ zu betätigen.
Aus diesem Grund möchte ich euch hier zwei Möglichkeiten vorstellen wie ihr einfach – und in einem Fall für euch sogar kostenlos – spenden könnt.

Durch Shoppen spenden – der Konsum-Traum?

Das hört sich für viele sicherlich genau danach an – nach einem Traum. Dem eigenen Konsumrausch ausleben und dabei noch etwas Gutes tun. Und das Beste daran: es kostet keinen Cent. Doch genau diese Möglichkeit bietet boost. Das Projekt nutzt dabei Affiliate-Links. Kurz zu Erklärung: hierbei handelt es sich um Links, die auf vielen Blogs und Seiten eingesetzt werden und für die derjenige, der diese auf seiner Seite einbaut, von einem Shop eine gewisse Provision erhält. Diese Provision kann ganz unterschiedlich hoch ausfallen, boost nennt als Durchschnittswert der Provision in ihrem Howto 6% des Warenwertes1)Ich benutze in diesem Blog bisher bewusst keine Affiliate-Links, überlege allerdings ob, wenn ich mal ein Produkt beschreiben oder bewerten sollte, hier einen Link von Boost einzubauen. Es sind eine ganze Menge Shops bereits bei boost vertreten. Eine Übersicht findet ihr hier.

Wie funktioniert nun das Spenden über Boost?

Entweder man meldet sich bei Boost an, geht dann eingeloggt über die Boost-Seite auf die entsprechende Shop-Seite und tätigt seinen Einkauf. Boost verspricht, dass dann einige Tage später 90% der Provisionssumme auf dem Kundenkonto gutgeschrieben werden und vom User auf registrierte Projekte verteilt werden können.
Oder man nutzt einen so genannten Boost-Link einer Organisation, z.B. der Welthungerhilfe. Folgt ihr diesem Link, geht auf einen Shop und tätigt dann einen Einkauf, so werden hier 90% der Provisionssumme der Welthungerhilfe gutgeschrieben. Hier findet ihr die schon registrierten Organisationen2)Bei der Auswahl sollte die Organisation vielleicht noch über die Datenbank des Deutschen Instituts für soziale Fragen auf Transparenz und Effizienz überprüft werden.
Das boost Projekt bietet außerdem ein Addon, die Boost-bar, die einen beim Shoppen an das boosten erinnern soll. Unter Umständen müsst ihr, wenn ihr z.B. Ghostery oder ähnliche Tracking- oder Werbeblocker verwendet, hier die Einstellungen anpassen, damit die Affiliate-Links funktionieren. Bei mir war dies jedoch z.B. nicht nötig.
Für Bücher werden nach Angaben des Boost-Projekts keine Provisionen bezahlt. Solltet ihr also Bücher kaufen wollen und etwas Gutes tun, so bietet sich u.a. vielleicht Fairbuch an.
Gestoßen bin ich auf boost auf der Seite von Freifunk Münsterland, von daher auch noch einmal der Boost-Link des Freifunk-Projektes. Also frohes shoppen und spenden!

Kindern über das Smartphone ein Essen spendieren

Als zweite oder eigentlich ja schon dritte Möglichkeit online Gutes zu tun möchte ich euch hier eine relativ neue App vorstellen, die vor einigen Tagen bereits auf Caschys Blog vorgestellt wurde. Die App heißt ShareTheMeal und ist sowohl bei iTunes als auch im Play Store verfügbar. Über die App, die vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen herausgegeben wurden, kann man dann Kindern ein Essen spendieren. Für nur 40 Cent wird einem Kind das Schulessen für einen Tag finanziert, so dass die Kinder nicht nur etwas zu essen bekommen, sondern auch noch Bildungsangebote wahrnehmen können. Zunächst wird Kindern in Lesotho geholfen, einem der Ländern mit der höchsten Rate an hungernden Kindern, später sollen weitere Länder folgen. Die Spende kann man über Paypal oder per Kreditkarte zahlen, eine Bezahlung über Google bzw. iTunes ist bis jetzt leider noch nicht möglich. Mehr Informationen findet man hier.

ShareTheMeal – Kindern helfen
ShareTheMeal – Kindern helfen
Entwickler: United Nations
Preis: Kostenlos
  • ShareTheMeal – Kindern helfen Screenshot
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ShareTheMeal
ShareTheMeal
Entwickler: United Nations
Preis: Kostenlos

Fußnoten   [ + ]

1. Ich benutze in diesem Blog bisher bewusst keine Affiliate-Links, überlege allerdings ob, wenn ich mal ein Produkt beschreiben oder bewerten sollte, hier einen Link von Boost einzubauen
2. Bei der Auswahl sollte die Organisation vielleicht noch über die Datenbank des Deutschen Instituts für soziale Fragen auf Transparenz und Effizienz überprüft werden

Autor: Alexander Kallenbach

Mein Name ist Alexander Kallenbach. Ich schreibe hier auf Scroom über alles mögliche – vor allem aber über IT. Hierbei interessieren mich besonders freie und/oder quelloffene Software sowie deren Entwicklung und Einsatz. Außerdem interessieren mich Auswirkungen von IT auf unser Leben. Hierbei ist die Nutzung von Daten und somit auch Datenschutz ein Themenbereich.

2 Kommentare

  1. Hi Alexander, Du kennst mich ja, ich bin ein alter Skeptiker und schau immer sehr genau hin. Denn nicht nur zu Weihnachten gehen allerlei Spendensammler durchs Land, bei dem man sich fragen muss: Cui bono?

    Und selbst wenn ein Spendensammler als solcher hundertprozentig integer scheint, bleibt der Fakt, dass Spendensammeln ein Kurieren an den Symptomen einer immer unmenschlicheren Gesellschaft auf dem gesamten Planeten ist.

    Eigentlich müssen doch die Ursachen beseitigt werden – ansonsten kann man generationenlang spenden, ohne dass jemals die Notwendigkeit dazu abnimmt.

    Den Nutzen tragen dann die Banken in Form von Überweisungsgebühren davon.
    Diese Kohle nutzen sie dann, um auf Lebensmittel zu spekulieren und so die Bedürftigen der nächsten Generation zu erzeugen… 🙁

    Sorry für den Pessimismus, aber da bin ich auch als Atheist wie Martin Luther: Hier stehe ich, ich kann nicht anders.

  2. Pingback: Anleitung: Mitmachen bei Freifunk |

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